Teasertext

Das beste/schlechteste aus Trash TV und mehr - sehr genau angeschaut und freundlich kommentiert ...

Montag, 29. November 2010

Englische Wochen part 5

Andre ist wieder da. Letzte Stunde hab ich unseren Kaschmir- Banker schmerzlich vermisst. Diese Woche kam er wieder … gut erholt und ohne eine erkennbare Scham, uns an seinem „also wirklich interessanten Urlaub in Kuba“ teilhaben zu lassen.
Mal als Randbemerkung: ein Urlaub auf Kuba ist nicht „interessant“ – der ist fett. Geil. Im Rum-Nebel verschwommen. Unglaublich oder einfach Hammer. Aber bitte, er ist weder nett noch interessant. Wahrscheinlich wollte er uns wissen lassen, dass es wohl kaum was Besonderes sein, mitten im November ein paar Wochen auf Kuba zu verbringen. Grund genug für mich, in unserer „Discusssion-Exercise“ mal dezent das Thema Bankenkrise und überzogene Bonuszahlungen anzusprechen. Schließlich wollte ich nur mal wissen, wer da nun meine zweckentfremdeten Steuergelder als Leistungsbonus erhalten hat, um es sich 3 Wochen in der Karibik gut gehen zu lassen, wer sich da unverdienterweise im all-inclusive Beach-Bunker den Arsch hinterhertragen lässt, während der Rum in Strömen fließt, sich das Buffet unter den Bergen an Hummer biegt und schöne Frauen hüftschwingend den Club-Tanz einstudieren. Wer also so egoistisch ist, Millionen zu verspekulieren, um sich dann vom Staat retten zu lassen und den Rest mit vollen Händen auszugeben, während andere in Armut zu versinken drohen, vor dem Aus stehen, ihre Träume zerstört wissen, in der Sackgasse oder sogar Gosse gelandet sind …. Ja Himmelherrgott wie kann man da sonnengebräunt hier herein kommen und so tun als wäre das „interessant“ gewesen die letzten 3 Wochen??
Andre begann langsam zu schwitzen, auch wenn er nur die Hälfte verstanden hat von dem, was ich ihm in Englisch gesagt habe. Ja gut – ein paar Fantasiewörter waren dabei … aber jedes Stocken hätte doch die Wirkung stark geschmälert. Sein Gesichtsausdruck war erst baff, dann erschrocken, dann eher panisch. Und dann kam es ... Er nutzte mein Luftholen und rief: „But I am just a consultant. A low-rank consultant. Sparkasse, you know?!“
Jawohl. Dankeschön Andre, genau das wollt ich hören …

Donnerstag, 25. November 2010

Bauer sucht Frau, Folge 5: Tschüss und Hallo

Beim lustigen Ackerbauer Willy hat diese Woche die Kuh das Sagen gehabt. Nee, nicht die resolute Rosi – die echte Kuh im Stall. Denn die hat Rosis Melkversuche mit heftigen Schwanzschlägen quittiert – und ich hoffe inständig, Rosi Ruppig hat ein Veilchen mit nach Hause genommen. Genau: nach Hause, denn ihre Zeit war um. Zum Abschluss hat sie noch mal schön gemault, er durfte dazu mit dem Kopf wackeln und alles gut finden. ER packt ein „gesundes Picknick mit Obst und naturtrübem Apfelsaft. Bauchbinden-Highlight:
ROSI, freut sich auf Vitamine. Dialog Highlight: ROSI: „Ist es noch weit?“ WILLY: „Wie man´s nimmt, wir sind nämlich da.“ Später gesteht er ihr seine Liebe, sie greift an seinen Schenkeln herum und er bemerkt zum Thema „Ende der Hofwoche“ auch ganz richtig: „Wer nicht geht kann auch nicht wiederkommen.“ Und wiederkommen will sie – wenn er seine Hausaufgaben macht und alles schön herrichtet. Klar, alles wie die Herrin befiehlt. Die beiden haben wir nicht das letzte mal in dieser Staffel gesehen!

Der charmante Schweinebauer Harald hat sich mal was ganz neues aus der RTL Kuppelkiste zaubern lassen: Hurra hurra, ein Badeausflug. Ich frag mich, in welchem Dreckstümpel unter irgendeiner Brücke die beiden plantschen mussten? Um ihr den Abschied ein bisschen schwerer zu machen, schenkt er ihr noch ein Kälbchen – ich hätte befürchtet, dass sie das Riesenvieh auch wirklich mitnehmen will. Aber das hätte ja auch nicht in den Bus dürfen und so verspricht sie wiederzukommen. Ich wette dagegen ...

Der rüstige Hühnerwirt Gerhard hat sich vorgenommen, die Melkerin Barbara mal ein bisschen locker zu machen. Hätt er sich mal lieber für ein Schnäpschen entschieden, aber neeee, es muss ja ein Ausflug in die Berge sein. Die Alte hat die ganze Zeit gemeckert und nach 10 Minuten am Aussichtspunkt hat sie auch genug. Überhaupt hat sie von ziemlich allem genug. Sie will nicht in den Arm nehmen (dafür ist sie zu alt), sie mag nicht gucken, sie will nicht kuscheln und sie will vor allem Gerhard nicht mit den Zähnen (oder eben ohne die Zähne) und den dreckigen Fingern. Der findet das alles irgendwie doof, sieht nicht ein sich ab und zu mal die Pfoten zu waschen und so wird noch ein bisschen gestritten zum Abschluss. Barabara verschwindet aber der rüstige Gerhard will noch die Liebe für Leben finden und naja, für die paar Jahre denk ich wird sich schon noch eine auftreiben lassen. Er nominiert auch mal gleich die zweite Wahl vom Scheunenfest nach. Mal sehen, ob die noch ein paar Jährchen Zeit hat.

Der schüchterne Schwabe Martin holt heute die Bäckerin Jennifer mit dem Trecker vom Bahnhof ab. Die hat er sich auf dem Scheunenfest schön gesoffen und bitteschön, jetzt hat er sie an der Backe – und aufm Trecker, wo sie echt grad mal so reinpasst. Muss auch echt unbequem sein, denn als sie auf dem Hof aussteigt hätte sie fast ein paar Kätzchen zertreten. Und wo das Mädel drauftritt, Freunde, da wächst nix mehr! Er ist aber einfach restlos begeistert, breite Kotflügel hin oder her. Immerhin hat er große Hoffnung in Jennifer gesetzt – denn sie soll, wörtlich, Schwung in sein Liebesleben bringen. Hallo? Der Mann hat kein Liebesleben ... Mutter Hilde serviert dann noch eine reichhaltige Käse- und Wurstplatte. Jennifer bekräftigt, dass es ihr schmeckt und auf die Frage, was sie sonst so isst spricht sie es wirklich aus: „ich esse eigentlich alles ... mögliche, also alles mögliche. Ich bin keine die nix essen tut“ Ach nee, Jennifer – wir haben Augen im Kopf. Glücklicher weise dürfen wir Martin bei der Zahnpflege zuschauen (das ist Akrobatik, keine Körperpflege) und er besucht dann in Pyjama und Deutschland-Tennissocken noch mal die Jennifer um ein Bussi anzustauben. Der Schelm.

Der romantische Biobauer Johannes, der ja schon im Voraus für Trubel und Kindersegen sorgte, hat für die Lageristin Anja mal die Kutsche aufgemotzt. Er dagegen trägt Hut und Sandalen. Dafür hat er ihr Zimmer hübsch dekoriert – mit einem Plastiktrecker. Ja was denn sonst?! Zur Feier des Tages bekocht der alte Romantiker die Neue an seiner Seite. Und zwar singend. Irgendwo ist die Grenze des guten Geschmacks dann aber auch erreicht, die nur von seinen faden Witzen noch überschritten wird. Egal, sie lacht trotzdem. Einziges Highlight: die kleinen, feinen Anspielungen aus dem Off – der getrennt lebende Johannes möchte gerne eine große Familie, die Anja hat Hunger für zwei mitgebracht usw. Wer hier nicht grinsen muss, muss in diesem Blog ein paar Tage zurückblättern ...

Montag, 22. November 2010

Dating im Dunkeln: Der Letze macht das Licht aus!!!

Bei RTL tappt man nun scheinbar wirklich im Dunkeln, was ein gepflegtes Maß an Trash angeht. Das „Date im Dunkeln“ hat so viel Langeweile in nur gut eine Stunde gepresst – das würde eigentlich für eine Woche Non-Stop Fernsehgarten in der ARD reichen. Ich wunder mich eigentlich, dass ich heute Morgen noch wach geworden bin!
Man ahnt, dass schon die Grundstruktur der Sendung hochkomplex sein muss – klar, Sonntagabend auf RTL ist immer was für das anspruchsvolle Bildungsbürgertum: Ein Haus, in dem drei Frauen und drei Männer für vier Tage eingesperrt werden, die sich aber nicht begegnen, außer im komplett zappendusteren Dating-Raum. Die Kandidaten sind auch erstklassig ausgewählt – von wegen Standard, schon wieder ist beate nicht dabei (geübte Bauchbinden-Leser wissen, was ich meine!)
Die tätowierte Krankenschwester Rebecca ist 26, weiblich gerundet – also okay, füllig – und trägt gerne geblümte Kleidchen Dagegen ist die nur ein Jahr jüngere Nancy die Quoten-Blondine – aber nicht etwa ohne Hirn, oho von wegen – die ist nämlich Brokerin und das würde man von einer blonden Nääänziiie doch nun wirklich nicht erwarten. Deshalb ist sie diejenige, die wohl auch immerzu über Sex reden muss … ein bisschen mehr Blondie also bitteschön. Als Kontrapunkt hat man noch Svenja mit in die RTL-Düsterbutze gesetzt, die recht bieder mit Bieder-frisur und Bider-Brill und Bieder-Überhaupt daherkommt.
Bei den Männern sitzen der 31-jährige Mucki-Riese Maik, der dunkelhäutige Max (29) und das Küken Tony (25) beieinander. In dieser illustren Langweiler-Runde ist Tony der Exot: Softwareprogrammierer aus Leipzip … was soll ich sagen. Ein Nerd der sich als Nerd kleidet, mit Nerd-Frisur (ääh, nee: Haarschnitt), der wie ein Nerd spricht, einen Nerd-Humor hat und sich wie ein Nerd benimmt. Und das ist der Exot … Man ahnt also langsam in welch komatösen Bahnen sich diese Show bewegt
Den Rest hab ich irgendwie in Duldungsstarre ausgesessen: die Kandidaten treffen sich im Dunkeln, treffen sich nochmal, sehen sich kurz und entscheiden sich dann für- oder gegeneinander. Rebecca und Max fanden sich nach langem Hin und Her irgendwie doch gut, obwohl Max kein „europäischer Typ“ ist und sie zu weiblich – sprich: er ist zu viel Afrika, sie zuviel Sahnetorte! Und auch Clever-Blondi Nancy und Maik teilen sich in Zukunft ihre eine Gehirzelle. Svenja ist gleich abgehauen und der Tony? Naja der hatte Glück … der darf alleine bleiben und vielleicht mal bei „Das Model und der Freak“ an Jana Ina fummeln. Wer weiß.
Fazit: Ich rufe hiermit zu einer Sammelklage gegen RTL wegen massiver Verschwendung unserer Zeit auf.

Samstag, 20. November 2010

Bauer sucht Frau, Folge 4: Erste Tränen

Der lustige Ackerbauer Willy will nun aber echt mal alles richtig machen, also machen, was die rüstige Rosi sagt. Und während sich die Olle noch im Bett wälzt, hat er schon vier Marmeladenbrote geschmiert ... Und das, wo Rosi offensichtlich eine halbe Sau als Häppchen bezeichnen würde. Trotzdem tut sie, als hätt er grad Rom erbaut und als Belohnung darf er unter ihrem Regiment den Stall ausmisten, die Kühe mit dem Dampfstrahler bearbeiten und die Rosi total gut finden. Gefälligst. Und das darf er nicht nur, das tut er auch. Auch nach dem gemeinsamen Akkordeon-Abend findet er Rosi super. Ich frag mich noch warum ... vielleicht hat er Angst, die Wahrheit zu sagen? Wird er bedroht? Wir müssen da doch was tun! Free Willy!!!!

Der junge Rinderwirt Lukas hat es sich ja nun wirklich reiflich überlegt. Die Stina kennt er ja nu schon lange genug und wer nach einer knappen Woche noch nicht weiß ob die Frau die fürs Leben ist echt nicht ganz bei der Sache. Also ist es abgemacht: man ist verliebt und steigt des morgens gemeinsam aus dem gleichen Bett doch ohje: Stina muss ja nach Hause. Da mag die Krankenkassenagestellte nicht mal das Obst haben, das Lukas ans Bett schleift. Sie will lieber Trecker fahren. Typisch, kaum sind die Mädels auf dem Hof wollen sie nur das eine. Blöd für Lukas, der hätt lieber noch ein bisschen gefummelt.

Im Frankenland überraschte Schweinebauer Harald seine Janet mit einem Frühstück im Freien. Statt der 20 Kuchen gab es diesmal auch nur Marmeladenbrötchen. Hmm, lässt wohl schon nach der Harald. Aber vielleicht hat sich die Janet auch nicht mehr verdient. Was sich bestätigte: weder beim Tandemfahren, noch bei der Feldarbeit tut sie mehr als kichern. Harald siehst das gelassen und erklärt uns die Welt: „es gibt Frauen für die Arbeit und Frauen fürs Herz und die Janet ist eine fürs Herz“ Ach so ... Ich überdenke kurz meinen eigenen Status innerhalb meiner Beziehung und entschließe mich, den Gedanken gleich wieder aufzugeben.

Der ehrliche Schäfer Lämmes hat alles gegeben und – so scheint es – auch wirklich einen Hasen geschlachtet. Messer scharf kombiniert, denn die Moni hat der Lämmes-Mutti Änni einen „Spätzlegerät“ mitgebracht. Gemeinsam brutzeln die beiden zu den schwäbischen Teigwaren ein – ACHTUNG – Geschnetzeltes. Ha! Wie auf Kommando betritt Lämmes den Raum – nanu nanu, als hätte er es gewusst, das Essen ist fertig. Fertig ist auch die Hofwoch und die tätowierte Moni muss gehen. Ja gut, Lämmes ist fertig mit der Welt, Moni kann grad noch so an sich halten, verspricht aber wieder zu kommen.

In der Oberlausitz hatte der rüstige Hühnerwirt Gerhard einen echt schweren Tag. Er hat die zerschundenen Läufer, die in seinem Wohnzimmer kreuz und quer liegen, weggeräumt. Das fand er aber so schlimm, dass er greinen musst wie eine kleine Prinzessin und die Dinger einfach wieder hingeworfen hat. Ich frag mich ja, wie er diese Fetzen wieder in dem gleichen chaotischen System in wilden Bahnen auf dem Boden verteilen kann wie vorher. Wie auch immer: das ging also gar nicht. Da trennt er sich lieber von 100 Jahren Verkrustungen in der Badewanne – dazu kommt der allerbeste Kumpel nebst allerbestem Dampfstrahler vorbei und zu zweit machen die das. Sicher schmerzt Gerhard auch der langjährige Dreck, der den Abfluss hinunterfließt. So viele Jahre haben sie miteinander in der Wanne gelegen, der Gerhard und Kollege Dreck. Tja, dafür freut sich die Barbara dann auch ganz dolle „Hmm ja, hmm, ich freu mich“. Nach so einem tränenreichen Tag ist Gerhard mit seiner Bereifung am Ende und wer will es ihm verübeln. Außer Barbara...

Donnerstag, 18. November 2010

TV-Knüller der Woche

Grenzenlose Freiheit, Mitspracherecht, Demokratie, die gelebten Grundwerte unserer Gesellschaft: So oder ähnlich klang der Eigenjubel von PRO7 als letzte Woche verkündet wurde, dass DIE ZUSCHAUER der aktuellen "Popstars"-Staffel nun abstimmen dürften, wie die neue Band heißen soll.
Ganz Deutschland sprang erregt und von den süßen Versprechungen dieser neuen Freiheit berauscht vom Sofa auf – denn endlich, nach dem „Some and Any“ – Flop der letzten Staffel, endlich dürfen wir unsere Stimme erheben, und wir dürfen es laut raus schreinen, wir dürfen wählen zwischen ….
… ja, ääähem, naja …. Ja also wir dürfen wählen zwischen "Metrochics", "Lavive" und "Panterloop"

Danke PRO7. Warum nicht gleich Pest und Cholera oder Arsch und Friedrich?

Montag, 15. November 2010

TV-Verwirrung der Woche

Der romantische Biobauer Johannes ist zwar in der aktuellen Staffel von Bauer sucht Frau bisher nur beim Scheunenfest aufgetaucht, aber schon fett in den Schlagzeilen. Und jetzt liebe Leserinnen und Leser mal ganz dolle konzentrieren, das ist jetzt kompliziert:
Der romatische Biobauer Johannes bekommt ein Baby. Also er bekommt eines gemacht. Also gemacht in dem Sinne hat er es selbst - aber auch nicht zu 100%. Also von vorne: Seine Auserwählte, die Anja, kommt zu ihm auf den Hof mit einem fremden Kuckuck im Nest. Macht dem Johannes aber nix - weil seine Ex-Gespielin Marion ja nun auch von ihm schwanger ist. Im Gegensatz zu Johannes´Ehefrau Simone - von der ist er zwar getrennt aber nicht geschieden und schwanger ist die als einzige nicht. also noch nicht, denn vielleicht hat Anja noch einen Exmann der die Simone schwängert? Während Marion im Nebenraum mit Johannes und Anjas .... naja, ich übertreibe, klar. Aber so viele (aus-)tragende Rollen sind in so einer Sendung doch gar nicht vorgesehen. Das übersteigt mein Montagabend-Auffassungsvermögen. Warum sollt ich wohl sonst so ein Zeug anschauen!!?

Sonntag, 14. November 2010

Bauer sucht Frau, Folge 3: die wahren Gesichter zeigen sich

Der charmante Schweinebauer Harald hat scheinbar einen ganz perfiden Plan: Er will die Kubanerin Janet ins Zuckerkoma zu füttern! Zum Aufwachen präsentiert er ihr einen Schokoriegel und zum kurz drauffolgenden Frühstück gibt es 4 verschiedene Kuchen. Damit sie keinen Verdacht schöpft, kippt er sich noch einen Esslöffel Zucker in den Kakao. Klappt aber nicht 100-ig und sie tobt später im Zuckerrausch einfach nur wie ein kubanisches Duracell-Häschen auf Speed über den Hof. Sie will Schlepper fahren, sie will Schweine gucken, sie will Kühe kraulen ... und ich will, dass sie endlich das Quietschen, Kichern und Hüpfen abstellt. Das erledigt der überaus charmante Schweinebauer dann aber schnell: Er erzählt ihr im Kuhstall mit Freude, dass seine nächste Kuh Janet heißen soll. Da gefriert plötzlich das grenzdebile Grinsen auf Janets Gesicht und ich kann mich endlich wieder entspannen.
Der rüstige Hühnerwirt Gerhard ist eigentlich eine ganz arme Gestalt. Nach einem unheimlich ereignisarmen Vormittag ist es passiert: Großer Fehler, Alarm, Feuerwehr und Krankenwagen sind rufbereit, der Katastrophenschutz alarmiert: er hat die Zwiebeln falsch geschnitten. So kann´s gehen, wenn man sich nicht konzentriert Gerhard. Das war RTL sogar eine Bauchbinde für Barbara wert: „Wollte Zwiebelringe satt Würfel.“ Nach diesem „Zwischenfall“ fiel Gerhard in eine Art Starre. Ich dachte eigentlich er wäre von uns gegangen, sitzend an seinem Tisch, friedlich und endlich erlöst von diesem irdischen, zwiebelfokussierten Leben. Aber als das Essen fertig war – mehr oder weniger, weil der unpraktische Kohleherd schon vor 200 Jahren ein Auslaufmodell war – kommt auch in den alten Mann wieder Bewegung und er zahlt Barbara alles zurück. Denn als sie sich über die Mühen des Kochens mit dieser hinterwäldlerischen Antik-Kochstelle beklagt meint er nur lax: „Ja, aller Anfang ist schwer ..... Für dich!“ Uiuiui, Kampfansage. Vorausgesetzt, Barbara hat sein Genuschel überhaupt verstanden. Ich tippe ja auch nur meistens.

Der schüchterne Lukas hat zwar seine Worte wieder gefunden – aber das wird er bei Stina nicht brauchen. Die hat das gemeinsame Leben nebst Nachwuchs (und wahrscheinlich dessen Leben auch) durchgeplant. Lukas macht halt einfach mit. Dafür ist er auf der Weide bei seinen „Ladies“ (also seinen Kühen) der Chef im Ring. Und weil die Ladies bestens spuren, hat er dann gleich genug Eier in der Hose, um Stina in den Arm zu nehmen. Was sie natürlich bereits berechnet hatte. In seinem Zimmer streut er dann ein paar Rosenblätter auf dem Boden herum, RTL spendiert noch ein Fläschchen Sekt und ich frag mich, ob das folgenden Rummachen wohl auch in Stinas Agenda steht ... muss wohl, den kaum sieht sie Rosenblätter, Sekt und einen Spielzeugbagger rumstehen (fragt mich jetzt bitte nicht was der Spielzeugbagger da sucht ... ich weiß es doch auch nicht) wird sie schmusig und Lukas freut sich.

Der ehrliche Schäfer Lämmes hat die tätowierte Fleischwarenfachfrau Moni gleich mal wieder zum „Kanickel mit Möhren bewerfen“ mitgenommen. Wie pietätlos ist es eigentlich, in Anwesenheit der Langohren vom Sonntagsbraten zu reden? Passenderweise drehen die Hoppler auch durch, kaum dass sich Lämmes dem Stall nähert. Der groß gewachsene Lüstling zeigt dann der tätowierten Moni mit vollem Körpereinsatz wie man eine Sense schwingt. Dabei steht er hinter ihr und griffelt ihr von hinten helfend an ihr Gerät (ARBEITSgerät!!). Dann geht´s weiter Richtung Schafweide – aber die brennen gleich mal durch, als der Lämmes die zusammentreiben will. Irgendwie fühl ich mich an die Hasen erinnert und frag mich, warum die alle so komisch reagieren, wenn Lämmes um die Ecke kommt. Er sagt: weil die nicht gewohnt sind, dass so eine schöne Frau an seiner Seite ist. Ich vermute, die sind ganz andere, noch grausamere Dinge gewohnt. Hey, ich rate ja nur!

Der lustige Ackerbauer Willy ist die ärmste Sau von allen. Und bestimmt bald nicht mehr "lustig". Da wird sich RTL aber bald mal ein anderes Adjektiv ausdenken müssen. Der schlaksige Kopfwackler dachte vielleicht, dass er die robuste Rosi mit dem obligatorischen Stallausmisten klein kriegt. Von wegen, da läuft die erst mal warm. Voll in Nörgellaune beschwert sie sich über den Dreck im Stall, später über die ungeschliffenen Tischmanieren des Bauern und als er sich immer wieder einsichtig und deeskalierend zeigt, nörgelt sie eben weiter und droht mit Auszug weil ihr eben vor allem die Tiere so leid tun in dem Dreck. Also mir persönlich tut Willy leid, sein Kopf erreicht volle Wackelstärke und ich mach mir Sorgen, dass ihn Rosi einfach kaputt kriegt demnächst. Immerhin hat ihm die robuste Köchin beigebracht wie man ein Kotelett paniert. Ob er will oder nicht. Gefälligst.